Ausgabe Herbst 2016 "Schmerz lass nach"

Seelsorge im Gespräch

Schmerz gehört zum Leben

Vor allem die Psalmen verweisen an vielen Stellen darauf, dass Schmerz für Menschen immer schon ein Thema gewesen ist. Körperliche und seelische Schmerzen gehören zum Leben und so erleben Menschen bis heute auch bei allem medizinischen Fortschritt Grenzen des Möglichen.

Seelsorge im Gespräch: Schmerz gehört zum Leben

Die Seelsorgerinnen am St. Marien-Hospital wissen aus ihrer Erfahrung aus Gesprächen mit Patienten, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Schmerzen reagieren. Vieles hängt von der körperlichen und seelischen Verfassung und den subjektiven Bewältigungsmöglichkeiten ab.

Was den seelischen Schmerz – beispielsweise nach dem Verlust eines Lebenspartners oder der plötzlichen Konfrontation mit einer schweren Erkrankung – betrifft, sei es für viele Menschen eine große Hilfe,  wenn sie über ihre Situation sprechen können, betont Gemeindereferentin Andrea Lohmann. „Wir erleben heute, wenn Menschen im Alter Partner oder Partnerin verlieren und die Kinder möglicherweise weiter weg leben, dass die Kontakte fehlen, um der Trauer überhaupt Raum geben zu können“, sagt Pfarrerin Barbi Kohlhage. „Es fehlen Gesprächspartner und Gelegenheiten, um darüber zu reden, was man verloren hat. Die Trauernden werden nach kurzer Zeit kaum mehr mit ihrer Betroffenheit und der veränderten Lebenssituation wahrgenommen.“ Eine Hilfe können Angebote sein, bei denen Menschen in ähnlicher Lebenslage miteinander ins Gespräch kommen wie z.B. Trauercafés."

Die Seelsorgerinnen erleben, dass das Krankenhaus als Ort, an dem Gesundheit infrage gestellt wird, viel Verunsicherung für Patienten mit sich bringt. „Unsere Aufgabe besteht darin, in Gesprächen Unterstützung anzubieten. Dabei kommen häufig Fragen, Ängste, aber auch die eigenen Stärken und Wünsche der Patienten zur Sprache, erklärt Andrea Lohmann. „Oft geht es darum, den Mut zurückzugewinnen, dass es auch in einer schwierigen Lebenssituation  möglich ist,  mit einer Erkrankung weiterzuleben", ergänzt Barbi Kohlhage. "In den Gesprächen suchen wir mit den Menschen nach den Kraftquellen, die ihnen persönlich zur Verfügung stehen." Zu solchen Kraftquellen, so die Seelsorgerinnen, können auch Rituale, Gebete und der Gottesdienst gehören.

Kontakt

St. Marien-Hospital Hamm
Seelsorge

Tel. (02381) 18-1701
seelsorge@marienhospital-hamm.de