Ausgabe Sommer 2013 "Glücksgefühle"

Antihormontherapie

Neuer Trend für die Brustkrebsnachsorge

„Frühe Pubertät und späte Wechseljahre erhöhen die Erkrankungswahrscheinlichkeit aber nur in geringem Maße“, betont der Gynäkologe Privatdozent Dr. Georg Kunz vom St.-Johannes-Hospital in Dortmund. „Viel relevanter sind die Top-Risikofaktoren familiäre Vorbelastung und eine überstandene Brustkrebserkrankung.“

Antihormontherapie: Neuer Trend für die Brustkrebsnachsorge

Während Östrogen also für die Entstehung von Brusttumoren nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist es für die 70 bis 80 Prozent der hormonsensitiven Brustkrebsfälle ein kritischer Faktor, der das Wachstum der entarteten Zellen anregt. Deshalb gehören die Antihormontherapien, die auf unterschiedliche Weise die Östrogen-Wirkung unterbinden, neben der Operation, der Chemotherapie und der Bestrahlung zu den wichtigsten Behandlungen dieser Tumorerkrankung.
Sind fünf Jahre genug?

Die Antihormontherapie wird standardmäßig über fünf Jahre gegeben, um die Entstehung vonMetastasen zu verhindern. Tatsache ist jedoch, dass 60 Prozent der Tochtergeschwulste bei hormonsensitivem Brustkrebs erst nach dieser Zeit festgestellt werden. In der Fachwelt wird aus diesem Grund diskutiert, ob Patientinnen in bestimmten Fällen von einer Verlängerung der Antihormontherapie profitieren könnten.

„Auf dem letzten Brustkrebs-Kongress Mitte März in St. Gallen ist dieses Thema intensiv besprochen worden“, berichtet Dr. Kunz. „Die Experten waren sich einig, dass einzelnen Patientinnen abhängig von ihren persönlichen Umständen eine verlängerte Antihormontherapie empfohlen werden kann.“ Nach Auffassung des Klinikchefs, ist damit zu rechnen, dass der Trend in Richtung einer Intervallanwendung über die derzeitige fünfjährige Therapie hinaus bestätigt werden wird. Vor einer weitergehenden Empfehlung sind allerdings noch weitere Studien und Datenanalysen erforderlich.

Fazit

Experten raten heute schon, die Antihormontherapie in bestimmten Fällen mit Unterbrechungen über die üblichen fünf Jahre hinaus zu geben.